Am Gymnasium Mariengarden stehen Theorie und Praxis nicht im Widerspruch – im Gegenteil: Sie ergänzen sich ideal. Besonders deutlich wird das bei den sogenannten Labortagen, die unseren Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die naturwissenschaftliche Forschung ermöglichen. Diese Projekttage sind fest im Schulprogramm der Oberstufe verankert und bieten jedes Jahr die Gelegenheit, außerhalb des regulären Unterrichts naturwissenschaftliches Arbeiten in professioneller Umgebung zu erleben.
Aktuell gibt es Labortage in den Fächern Chemie und Biologie, die sich durch ihre fachliche Tiefe, moderne Methoden und die enge Anbindung an außerschulische Lernorte auszeichnen.
Chemie: Vom Rohstoff zum Arzneimittel – Aspirin selbst hergestellt
Im Fach Chemie sind die Labortage fester Bestandteil des schulischen Programms in der Qualifikationsphase. Sie finden an zwei Projekttagen statt und richten sich an alle Schülerinnen und Schüler der Chemiekurse.
Im Zentrum steht die Synthese von Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff des bekannten Medikaments Aspirin®. Die Teilnehmenden führen eigenständig einen mehrstufigen chemischen Prozess durch – vom Aufbau einer Glasapparatur mit Rückflusskühler über die exakte Abmessung der Chemikalien bis hin zur Beobachtung und Durchführung der Reaktion.
Nach der Kristallisation wird das Produkt durch Umkristallisation gereinigt, getrocknet und anschließend einer Reinheitsanalyse unterzogen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem:
- Dünnschichtchromatographie
- Phenolnachweis
- Schmelzpunktsbestimmung




Diese Verfahren vermitteln nicht nur einen Eindruck von den Standards im pharmazeutischen Laboralltag, sondern ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern auch, ihre praktischen Kompetenzen zu erweitern und ein tieferes Verständnis für chemische Zusammenhänge zu entwickeln.
Die Chemie-Labortage fördern präzises Arbeiten, analytisches Denken und wissenschaftliches Dokumentieren – Kompetenzen, die sowohl für das Abitur als auch für ein späteres Studium im naturwissenschaftlichen Bereich von zentraler Bedeutung sind.
Biologie: Moderne Diagnostik und forensische Methoden erleben
Im Fach Biologie erhalten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe jährlich die Möglichkeit, an zwei außerschulischen Labortagen teilzunehmen, die das naturwissenschaftliche Arbeiten praxisnah und vielseitig vertiefen. Diese Labortage sind fest im Lehrplan etabliert.






Ein Bestandteil dieses Programms ist der Besuch des molekularbiologischen Labors Bio-Diagnostix in Reken. Unter der Leitung von Dr. Kerstin Kipschull lernen die Teilnehmenden dort den professionellen Laboralltag kennen und bearbeiten in Kleingruppen verschiedene mikrobiologische und diagnostische Fragestellungen. Dazu gehören:
- das Anfertigen von Abklatschproben zur Bestimmung von Bakterien auf Oberflächen
- die Wasserqualitätsprüfung, bei der Verunreinigungen erkannt und bewertet werden
- bakteriologische Untersuchungen, mit denen z. B. Hygienezustände überprüft werden können
- ein Salmonellenantikörper-Nachweis, der Einblicke in serologische Verfahren und ihre Bedeutung für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit vermittel
Jede Gruppe wird dabei individuell von einer Fachkraft aus dem Diagnostik-Team betreut. Der Austausch mit den Mitarbeitenden ermöglicht es, konkrete Bezüge zur Berufswelt herzustellen und vertieft das Verständnis für die Bedeutung naturwissenschaftlicher Methoden im Alltag.






Ein zweiter Labortag führt die Schülerinnen und Schüler ins xLAB Göttingen, wo der Fokus auf forensischen Methoden der Molekularbiologie liegt. Hier erstellen die Lernenden mithilfe moderner Verfahren wie PCR (Polymerase-Kettenreaktion) und Gelelektrophorese einen genetischen Fingerabdruck – eine Methode, wie sie in der Kriminaltechnik oder medizinischen Diagnostik angewendet wird.
Warum Labortage?
Die Labortage stärken das naturwissenschaftliche Verständnis auf praktische Weise und machen Forschung erlebbar. Sie bieten Raum für eigenständiges Arbeiten, Teamarbeit, Problemlösen und fachliches Vertiefen – und sie eröffnen gleichzeitig Einblicke in mögliche Studienrichtungen und Berufsfelder.
Als MINT-freundliche Schule ist es dem Gymnasium Mariengarden ein besonderes Anliegen, solche Lernangebote dauerhaft zu verankern. Die Labortage sind dabei ein zentraler Bestandteil: Sie machen Naturwissenschaft greifbar, spannend und lebendig – Jahr für Jahr.