Grundlagenforschern direkt über die Schultern geschaut

Der Q2-Biologie-Grundkurs nahm an einem Schülerlabortag des Physiolo-gischen Instituts der Uni Münster teil.
Im Rahmen eines SonderForschungsBereiches (SFB) forschen derzeit 4 renommierte Universitätsstädte in Kooperation an der Entstehung von Angst und Angsterkrankungen und Möglichkeiten der Therapie. Wie wichtig diese Forschung ist, zeigt die starke Verbreitung von Angsterkrankungen in der Bevölkerung mit etwa 25%.

In einem Vortrag wurden den interessierten Schülern die Generierung und das Abrufen eines Furchtgedächtnisses, aber auch dessen Extinktion wissenschaftlich erläutert.
Das Münsteraner Team forscht mittels diverser Methoden auf verhaltensexperimenteller und neuronaler Ebene, um in verantwortlichen Hirnarealen verantwortliche Vorgänge zu identifizieren, verstehen und auch zu beeinflussen. Ziel ist letztlich, erworbene Erkenntnisse dazu zu nutzen, die Entstehung von Angststörungen prophylaktisch zu meiden bzw. vorhandene Angsterkrankungen gezielt
zu behandeln.

Bei ihrer Arbeit werden die Forscher u.a. durch Erkenntnisse der Optogenetik unterstützt. Ein modernes Verfahren mittels der man durch Laserlicht gezielt Proteine kontrollieren, also aus- und anschalten kann. Dabei werden mithilfe der bekannten CRISPR/CAS9 Genschere z. B. Gene lichtsensitiver Peptide mit Genen relevanter Neuropeptide (z.B.Ionenkanäle ) im Zellkern gekoppelt. Durch Bestrahlung mit Laserlicht entsprechen-der Wellenlänge, lassen sich diese Ionenkanäle in ihrer molekularen und zellulären Aktivität steuern und so Konsequenzen z. B. im Verhalten des Organismus studieren.

Die Schüler erhielten anschließend in drei Laboren direkten Zugang zu wissenschaftlicher Forschungsarbeit, dabei standen ihnen Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter Rede und Antwort. Verhaltensexperimente mit Mäusen (Generierung oder Extinktion von Furchtgedächtnis), optogenetische Sichtbarmachung beteiligter Neurone/Hirnareale und das Beeinflussen einzelner Ionenkanäle mittels Patch Clamp-Technik begeisterte die Abiturienten.

Ergänzend bekamen die Schüler zudem Einblicke in die aktuelle Epilepsieforschung, wobei hier die Absence-Epilepsie, welche vor allem bei Kindern auftritt, im Focus stand.

Abschließend wurde Raum zur Diskussion gegeben, in denen u.a. das Für und Wider zu Tierversuchen und allgemeine Aspekte Medizinischer Forschung Berücksichtigung fand.

„Ich stelle immer wieder fest, wie überaus positiv derartige Exkursionen von den angehen-den Abiturienten angenommen werden. Viele zeigen sich beeindruckt, wenn sie Forschung derart hautnah miterleben dürfen“, so der Fachlehrer Karl-Heinz van Hall .

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